" Hier gibts Rosenwasser: 2010

2010

Mein 2010 begann quasi mit einer unflätigen Trennung, einer neuen Wohnung und einem Jobwechsel, es folgten das Eingewohnen und Neuorientieren, das eigene Blog, viele gute Gespräche mit Freunden, gern und oft Sumpfe, die Zecke im Knie - und viel zu lange Antibiotika, Malika Ayane, public viewing in der Habichtshell, ein vermeintlicher Engel, gelungene Spaghetti aglio olio aus eigener Küche, einige Portraits, immer wieder die geliebte Katze, Tintenherz Triologie, mein Tanz im Sommerregen, das erste eigene Fitnessgerät, ein großer Dank an die Homöopathie, mal einen Schritt vor-zwei zurück, mein über alles geschätzter Ron, zwei Schritte vor und nur einen zurück, ein unvergesslicher Geburtstag, aufgedeckte Lügen - Konsequenzen und einige gute Entscheidungen, ein Kurztripp ans Meer, Ärger und Freude im Job, ein paar Umzüge der Freunde, Alin Coen, Gott sei Dank Facebook, Ten, ein kleiner schöner Ausflug in die Vergangenheit, der guter Wein, auf der Überholspur, ein besorgter lieber Papa, Angus und Julia Stone, ein Arschloch von Vermieter, endlich eine wunderschöne Salz,- und Pfeffermühle sowie der ersehnte Mixer, Tine- eine alte neue Freundin, ein bisschen Melancholie und viel Optimismus, Philipp.
Omnia vincit amor.
Liebe besiegt alles.
Mein Herz und mich schützen wollen,
vor so manchen Absurditäten die uns draußen begegnen,
vor Ignoranz und dem Unverständnis einiger Menschen,
vor Enttäuschungen trotz vieler Bemühungen.

Meinem Herz und mir Flügel wachsen lassen wollen,
um aus der Vogelsperspektive besser verstehen zu können,
durch dunkle Tage getragen zu werden,
und dem Morgen entgegen zu fliegen.

Auf ein Wort

In letzter Zeit habe ich wenig gebloggt. Das mag an einigen Umbrüchen liegen, Veränderungen und neuen Begegnungen.
Im neuen Jahr spätestens soll sich das aber wieder ändern.
Das Bloggen ist nach wie vor für mich eine der schönsten und interessantesten Darstellungen persönlicher Aspekte im Internet.
Die Rosenwasser sollen wieder fliessen.

Auch fehlte mir in der letzten Zeit sehr stark mein eigener, persönlicher Mikrokosmos. Meine Intimität. Intimität auch im Umgang mit anderen Menschen.
Ich hatte das Gefühl vernetzt und assimiliert zu sein, wie ein Borg im kollektiven Facebook-Verein.
Ich hatte oftmals das Gefühl zu sehr Voyeur und Bildleser zu sein sowie Informant und manchmal Animateur.
Ebenso hatte ich das Gefühl viel zuviel Zeit verbracht zu haben mit dem Lesen trivialster und banalster Statusmeldungen.
Und ich hatte das Gefühl mich nicht mehr ausreichend abgrenzen zu können, was für mich notwendig ist um meine Mitte nicht zu verlieren.

Für mich heisst es jetzt also erst einmal besinnen und einen Schritt zurück treten, damit im neuen Jahr wieder zwei nach vorne gemacht werden können!



PS.: Mit Büchern hab ick et ja och manchmal janz jerne.
Anke Gröners Bücherfragebogen, den jetzt die halbe Bloggerwelt ebenfalls für sich erstellt, den lass ich mal aus.
A1: ist mir nicht entgangen, dass so manch Literatur sich da bereits decken würde, muss ich also nicht auch noch gesondert aufführen.
A2: trotz aller Liebe zum bedrucktem Papier ist mir das ein bisschen "to much".
A3: die mir unbekannten und für mich interessanten Bücher, sind auf meiner Wunschliste gelandet, von daher ansich eine schöne Idee, also macht ihr mal alle ruhig :-)

Grömitz Oktober 2010



Jacques Prevert
Der Garten

Abertausend Jahre Zeit
Fassen nicht
Die kleine Sekunde Ewigkeit
Da Du mich küsstest
Da ich dich küßte
Eines Morgens unterm Wintersonnenlicht
In einem Park zu Paris
Zu Paris
Auf dieser Erde
Die ein Stern ist.


Le jardin

Des milliers et des milliers d'années
Ne sauraient suffire
Pour dire
La petite seconde d'éternité
Oú tu m'as embrassé
Oú je t'ai embrassée
Un matin dans la lumière de l'hiver
Au parc Montsouris á Paris.
A Paris
Sur la terre
La terre qui est un astre.

just about

"oft denk ich, dass du so gerne unmoeglichkeiten miteinander verbinden moechtest obwohl du weisst, dass es unmoeglich ist."

[R. an Jule Oktober'10]

Du auf deiner Wolke

Happy Birthday Mama. Miss you!

unvergesslich

Mit großen Schritten eilten die beiden Jungs und ich dem Meer entgegen. Es war schon dunkel.
Bereits den ganzen Abend schon, als auch auf dem Weg war die Stimmung ausgezeichnet.
Alle drei waren wir sehr gesprächig, tauschten heiter Gedanken aus, lachten viel.

Als wir den Strand betraten hängten mich beide leicht ab, so groß war das Bedürfnis endlich vorn am Wasser zu sein.

Und dann, als ich zu ihnen trat und mit ihnen dort stand, ganz nah an den tosenden Wellen, als der kalte Wind durch unsere Haare fuhr, mit aller Macht die Gedanken aus den Köpfen pustete, da waren wir plötzlich alle ganz lange sehr still.
Wie Worte, geschrieben in der Nacht, doch rund und gefühlsbetont sein können, als wären sie vom Meer geschliffen oder aber trunken von der Nacht.

Und wie nüchtern am Morgen.

Status quo

Bemerkenswert wie wenig man zu schreiben vermag, wenn der Kopf gefüllt ist mit schönen Dingen.
Sich mal lösen und zulassen, die Dinge ihre Eigendynamik entwickeln lassen.
Und nicht gleich wissen müssen, vorschnell urteilen, einordnen wollen und Schubladen zuschmeißen.

Vor kurzem ist mir für ein paar Tage etwas Schönes widerfahren.
So unerwartet wie es kam, war es auch schon wieder vorbei.

Unvermeidliches

Ich fürchte ich werde alt, ich schlafe plötzlich gern in gebügelter Bettwäsche.

Der mit dem M auf der Stirn

4 kg Glück

Allegorie

Die allerbeste Trattoria dieses Landkreises und darüber hinaus, die gibt es in Bodenwerder.
Das ist bisher unumstritten und unwiderlegbar. Dort stimmt einfach alles. Vom Ambiente, über den Koch, bis hin zum Essen.
Neben Wein und Antipasti stibitzte ich ein paar Nudeln vom Nachbarteller und war von diesen Spaghetti aglio olio derart begeistert, dass ich am liebsten die Teller getauscht hätte sie zuhause auf diese Weise nachgekocht habe und sie zum persönlichen, saisonalen Lieblingsgericht kürte.

Die Zubereitung ist zwar einfach, ich ziehe aber auch immer öfter das Elementare dem Extravaganten vor.
Aperol fetzt.

Kleinanzeige

Ich hatte am Wochenende eine Kleinanzeige in der Zeitung aufgegeben.
Das gesuchte Objekt habe ich jetzt mal durch einen Stabmixer ersetzt, aber das quod erat demonstrandum bleibt das gleiche.
Die Anzeige lautete ungefähr so:

...kleiner, handlicher Stabmixer gesucht

Am Telefon verkaufen wollte man mir:
ein Rührteiggerät, einen Akkuschrauber, einen Elektogrill und einen Betonmischer.
Lustig wie viel Interpretationsspielraum man so zulässt, um zu einem
Geschäftsabschluß zu gelangen.

Das Ding mit der Eitelkeit

Das Blog hat einen neuen Namen.
Bei der heutigen Vielzahl an Blogs im Netz, ist es eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn es Blogtitel mehrfach gibt,

wenn – das – Wörtchen – eigentlich – nicht - wär

und als ich mit dem Schreiben anfing, war mir nicht so richtig klar, wohin die Fahrt genau gehen würde. Daher habe ich nicht recherchiert, hat es mich nicht sonderlich interessiert und eigentlich sind Namen ja Schall und Rauch,

wenn – das – Wörtchen – eigentlich – nicht - wär

das würde sich schon finden. Hat es jetzt auch.Und jetzt bin ich glatt zu eitel um noch zu teilen.
Sonst bleibt eigentlich alles beim Alten,

wenn – das – Wörtchen – eigentlich – nicht - wär

bis auf den neuen Header, aber das habt ihr Schlitzohren sowieso schon alle längst bemerkt.
Das Werbung lügt und doof macht, fiel mir einmal wieder auf, als ich mit einer groß beworbenen Flasche Syoss Haarspülung für fast fünf Euro unter der Dusche stand und feststellen musste, dass der gewünschte Supereffekt und die damit verbundene Begeisterung gänzlich ausblieb.
Geld was nicht mehr drin ist im Portemonnaie, kommt auch nicht wieder rein, sagt der beste Freund.
Aber einmal muss ich mich dem frohlockenden Werbewahnsinn noch hingeben.

Aperol hat meine Neugier geweckt.

Wird dieses Wochenende gleich ausprobiert.
Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen.

Emily rockt


Während ich mich an einem dieser trüben Regentage aufs Sofa kuschelte, um mich ganz der Tintenherz - Trilogie hinzugeben, wurde ich ganz unerwartet mit Emily Dickinson bekannt gemacht.
Nein, Frau Dicksinson entstammt nicht der Tintenherz Geschichte.
Cornelia Funke hatte die Idee, ihre eigenen Kapitel passend mit Auszügen der Weltliteratur zu verzieren.

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all,
...

Auf diese Weise also, hat mir Emily Dickinson ihre Hand durch das Papier zur Bekanntmachung entgegen gestreckt, wie sich das nun wiederum auch gehört für die Tintengeschichten, in denen die Figuren aus den Seiten heraustreten können.

So haben wir uns ganz eigenwillig auf einen Tee zusammengefunden und ich erfuhr, da nun schrecklich neugierig geworden auf diese Person, von ihrem Leben. Dieser kleinen Welt, all die ganzen Jahre, zurückgezogen im Haus der Familie in Amherst Massachusetts.
Zwar fromm erzogen, überaus klug und doch sehr eingeschränkt durch physische und psychische Instabilität.
Emily, große Dichterin, deren Werke stilistisch vielfach ihrer Zeit voraus waren, zu sperrig und zu unverstanden. Kaum ein Gedicht erschliesst sich nach dem ersten Blick und manchmal auch später nur sehr schwer.
Ganze zehn Gedichte sind zu ihren Lebzeiten veröffentlicht worden.
Glücklicherweise sind nach ihrem Tod weitere erschienen, auch wenn an ihnen oft herumgebastelt wurde, um ihre Zeilen zugänglicher zu machen.

Leider macht es mir die englische Sprache hier wieder besonders schwer.
Die zahlreichen Bedeutungsebenen, die das Englische, zumal das Dickinsonsche, in täuschend einfachen und kurzen Formulierungen herstellen kann, sind im Deutschen kaum oder nur einfach andeutungsweise wiederzugeben.
Kluge Menschen haben sich an Übersetzungen gewagt und weil dies wohl keine leichte Angelegenheit ist, gibt es davon eine ganze Menge. Bis zu fünf Variationen für ein Gedicht.
Selbst in Muttersprache bleiben Emilys Worte sehr besonders.

Warum ich dennoch eine Narren an ihren Versen gefressen habe?
Weil ich gern ein bisschen Raum zur Interpretation habe und weil es mir wohl gefällt, wenn Beobachtungen und Dinge so weitreichend wie vieldeutig formuliert sind.
Vielleicht auch weil ihre Zeilen den notwendigen Platz lassen für eigene Überlegungen.
Sie geben mir die Möglichkeit ein bisschen darauf herumzukauen.
Emilys Gedichte haben eben einfach den richtigen Biss!

It’s-all-I-have-to-bring-today

It’s all I have to bring today –
This, and my heart beside –
This, and my heart, and all the fields –
And all the meadows wide –
Be sure you count – should I forget
Some one the sum could tell –
This, and my heart, and all the Bees
Which in the Clover dwell.

The-heart-asks-pleasure-first

The heart asks pleasure first
And then, excuse from pain-
And then, those little anodynes
That deaden suffering;
And then, to go to sleep;
And then, if it should be
The will of its Inquisitor,
The liberty to die.

Der mit dem M auf der Stirn


-->
Vorgestern war Katzengeburtstag. Das Schmusy ist drei geworden.
Drei Jahre, in denen das Katerchen mich mit seiner Anwesenheit beglückt und zugleich in der Lage ist, mir auch den letzten Nerv zu rauben.
Damals ist er als Findelkätzchen in einer Tierpflegestelle gelandet. Demzufolge ist sein genaues Geburtsdatum unbekannt. Ich habe es mir leicht gemacht und seinen Geburtstag auf den 9. August datiert, so kann ich ihn unmöglich vergessen.
Drei Jahre mussten also ordentlich gefeiert und gedankt werden. Dumm war nur, dass er gerade ein paar Tage zuvor, eine außerordentlich prächtige Kuscheldecke geschenkt bekommen hat, auf der er seither rund um die Uhr seinen Katzenhintern bettet. Zudem wurde blöderweise sein Gaumen in den letzten Monaten wieder mal sehr verwöhnt, so dass kein Fresserchen der noch so teuren Marke ihn dazu bewogen hätte, seine wunderschöne Kuscheldecke zu verlassen.
In der Tierhandlung habe ich dann aber doch noch etwas interessantes entdeckt: Katzenpudding.
Ich fand das irgendwie geburtstagstauglich.
Auf dem Heimweg fiel mir dann im Auto plötzlich ein alter Gassenhauer ein:
"Katzenklo, Katzenklo, ja das macht die Katze froh...."
Also U-turn und zurück in die Tierhandlung. Drei Jahre intensiver Toilettengebrauch, da ist eindeutig eine neue fällig gewesen und da ja nun MIR die Reinigung dieser sanitären Einrichtung obliegt, hat diese neue jetzt auch ein besonders schönes Design. Eine dunkelbraune Unterschale mit einem Dach in beige. Sozusagen der äußerliche Ausgleich für so einige Zumutungen, die dort drinnen stattfinden.
Ich persönlich hätte ja nichts dagegen gehabt, einige kleine Geburtstagsgäste seiner Spezies einzuladen, bin mir aber sicher, dass Paulino nichts von seinem Pudding abgegeben hätte.
Verwöhnte Einzelkatzen!

business as usual

Neulich sah ich in einem Geschäft, wie zwei Angestellte in einem Haufen von Bewerbungen blätterten und sich köstlich amüsierten.
Da kam mir die Idee, auch einmal eine Stellenausschreibung in der Zeitung aufzugeben.
Durchschnittlicher Job, durchschnittliche Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung.
Und dann erst einmal eine ganze Woche auf die eintrudelnden, ca. 150.000 Bewerbungen warten und diese ordentlich stapeln.
Überhaupt keinen einzigen Gedanken mehr daran verschwenden!
Nach dieser Woche ist dann auch erfolgreich vergessen, wer sich z.B. die Mühe gemacht hat und seine Mappe persönlich vorbei gebracht hat.
Wenn Laune und Wetter nicht so sonnig sind, ist es die rechte Zeit, um eine große Tasse Tee aufzubrühen und erwartungsvoll die erste – bereits leicht angestaubte – Bewerbungsmappe zu öffnen, in der Hoffnung auf einen amüsanten Nachmittag.
Zunächst einmal das Bewerbungsbild inspizieren und aus Prinzip schon mal die Nase rümpfen. Daraufhin in leichtes Kichern verfallen.
Dann mit ausgestrecktem Finger über die Lebensläufe huschen und feststellen, dass 90 % zu unqualifiziert sind und weitere 9% mindestens noch 5 Fortbildungen bräuchten, um in die engere Auswahl zu kommen.
Kopf schüttelnd die sozialen Kompetenzen überfliegen und hoffen, diesen Primaten niemals persönlich über den Weg zu laufen.
Sich abschließend überaus groß zeigen und stolzen 3 (in Worten Drei) Bewerbern die Chance geben, in einem Gespräch zu überzeugen.

Wie? So läuft das nicht?

Nein, selbstverständlich läuft das Bewerbungsprozedere nicht in allen Unternehmen auf diese Weise ab.
Ich wollte auch nur einmal nachempfinden wie es sich anfühlen muss, so auf der anderen Seite des Zauns.

"Sag mir wo die Blumen sind..."

Das Landleben bietet je nach Saison viele, kleine und wundervolle Möglichkeiten sich der Natur verbunden zu fühlen.
Ein Highlight dieser Möglichkeiten ist für mich eindeutig das Sommerblumen pflücken vom Feld.
In den letzten Jahren habe ich diese Gelegenheiten leider nicht mehr genutzt. Vielleicht ist mir ein wenig der Sinn an solch schönen Erlebnissen abhanden gekommen, während der Kopf mit anderen Dingen beschäftigt war.
Es zählt jedoch einzig, dass das Empfinden wieder zurück ist und ich es sehr willkommen heiße.

Wenn ich also an einem warmen Sommertag auf dem Feld stehe, zwischen den bunten, duftenden und gutgelaunten Blumenreihen, dann geht mir das Herz auf wie ein Soufflé im Backofen.
Die Euphorie ist so groß, dass ich sie gern ALLE hätte. Die roten und gelben, samtigen und stachligen, banalen und extravaganten.
Und obwohl man genau weiß, dass man Daheim nur ein bestimmtes Kontingent an mittelgroßen Vasen besitzt, befindet man sich wie im Pflückrausch.

Der Mensch allerdings schafft es traurigerweise, sich auch dieser Lebensfreude schleichend zu entledigen.
Die Existenz solcher Blumenfelder ist nämlich keine Selbstverständlichkeit und begegnet einem leider auch immer seltener.
Die Freude am Pflücken kostet. Einen kleinen Beitrag. Für die Blumensamen und das notwendige Bewässern.
Einen Bruchteil an Entlohnung für Jemanden, dem der Boden gehört und der sich Arbeit macht um Frohsinn und Verzückung zu verbreiten, denn Geld verdient er damit nicht wirklich - im Gegenteil, er zahlt drauf.
Der kleine Blechkasten, der als Kasse dienen soll, ist nämlich meist leer. Naja, nicht ganz leer.
Neben Reißzwecken und Knöpfen befinden sich unter anderem noch Steine sowie Centstücke darin.
Eben all das, was beim Einwerfen klimpert und den Anschein einer Entlohnungen erweckt.
Und während immer mehr Blumen vom Feld verschwinden, wächst das Gelumpe in der Blechkiste.

Es bleibt nun jedem selber überlassen die Konsequenzen aus dieser unschönen Tatsache zu ziehen.
Ich für meinen Teil wünsche mir auch in der Zukunft Kartoffeln, Eier und Blumenfelder am Wegesrand!

Der mit dem M auf der Stirn

Ich kann mir kein anderes Haustier denken, das mir täglich ebenso großen Respekt vor Tieren unterweisen könnte, wie meine Katze.

Edit: ich habe einige E-mails bekommen, in denen ich gefragt wurde, warum ich die Verfasser einiger Texte, z.B. der Aphorismen nicht veröffentlicht habe.
Darauf möchte ich gern hier antworten, (quasi auch jenen, die sich diese Frage vielleicht auch schon gestellt haben) :
Alle weiterverwendeten Zitate, Gedichte, Aphorismen, Textauszüge und Anderes versehe ich selbstverständlich mit entsprechendem Verfasser.
Alle Texte ohne Verfasser sind lediglich Buchstabenideen aus meiner eigenen Kopfwerkstatt.
Ich danke Euch für das Interesse!
Liebe Julia,

in punkto Musik sind wir ja seit vielen Jahren so einiges von Dir gewöhnt.
Zuweilen hast Du uns den Job so schwer gemacht, dass wir unter Schmerzen gern los gewandert,- und woanders festgewachsen wären, hätten wir es denn gekonnt.
Andererseits haben wir das Vertrauen in Dich nie verloren, denn Du hast uns zwischendurch immer wieder überraschen und bezaubern können.

So auch in diesem Sommer.
Malika Ayane ist wirklich ein wundervolles Debütalbum gelungen. Zwar schon 2008 erschienen und damit nicht mehr ganz so neu, aber es zählt schon heute zu den Klassikern und sollte einfach immer erwähnenswert sein.
Unkonventionell,- leichte Sommermusik für unterwegs im Auto oder einfach zum träumen von Urlaub und Italien.
So macht uns die Arbeit Spaß.

Es danken Dir aufs herzlichste
Deine Ohren

Sommerliche Köstlichkeit

Cidre.

Seelenstreichler



Where the Sidewalk Ends

There is a place where the sidewalk ends,
And before the street begins,
And there the grass grows soft and white,
And there the sun burns crimson bright,
And there the moon-bird rests from his flight
To cool in the peppermint wind.

Let us leave this place where the smoke blows black
And the dark street winds and bends.
Past the pits where the asphalt flowers grow
We shall walk with a walk that is measured and slow,
And watch where the chalk-white arrows go
To the place where the sidewalk ends.

Yes we'll walk with a walk that is measured and slow,
And we'll go where the chalk-white arrows go,
For the children, they mark, and the children, they know
The place where the sidewalk ends.

Shel Silverstein

The Strife of Love in a Dream



















Gestern kam sie endlich mit der Post, samt ihrer vielen Geheimnisse.

Mich faszinierte ihr Titel und das Mysterium um die Hypnerotomachia Poliphili schon damals, etwa vor 4 Jahren, als ich das erste mal über sie in einem Roman las.
Erstmals erschien dieses wahre Wunderwerk der italienischen Renaissance 1499 in Italien, gefertigt in der Druckwerkstatt des namenhaften Verlegers Aldus Manutius. Die Erstauflage der Hypnerotomachia Poliphili fand zunächst wenig Beachtung, das Buch war dem Verständnis seiner Zeit weit voraus. Erst die Neuauflage 1545 wurde ein durchschlagender Erfolg. Wegen der Verwendung der venezianischen Schriftgattung sowie kunstvoller Initialen gilt sie als hochbedeutsame, typographische Abhandlung. 172 Holzschnitte schmücken die Rahmenhandlung des Werkes, in dem Poliphilo von seiner geliebten Polia träumt.

Aber die Hypnerotomachia ist weitaus mehr als nur eine Liebesgeschichte in einem Traum. Das Buch verblüfft durch ausführliche, detailbesessene und äußerst umfassende Beschreibungen der zauberhaften Orte und Gebäude, versteckten Rätsel, Metaphern und philosophischen Gedankenspiele, welche die Rahmenhandlung bereichern.
Eines der vielen Geheimnisse umgibt auch den Verfasser. Der Autor, der anonym bleiben wollte, gestaltete sein Werk als ein von Rätseln durchsetztes Geflecht tiefgründiger Anspielungen und Verweise, die sowohl die Liebe zum Wort als auch kunsthistorisches Interesse wecken. Ein Hinweis auf ihn eröffnet sich beispielsweise, wenn man die Anfangsbuchstaben der einzelnen Kapitel, hintereinander liest. Daraus ergibt sich ein Akrostichon: „POLIAM FRANCISCVS COLVMNA PERAMAVIT“ (Francesco Colonna hat Polia sehr geliebt).
Heute ist ziemlich gewiss, dass es sich bei dem Autor um Francesco Colonna handelt, der einer einflussreichen, römischen Adelsfamilie entstammte und über die Bildung, - als auch Kenntnisse verfügte, solch ein großes Werk zu verfassen.

Bei all ihrer Komplexität bietet die Hypnerotomachia stets die Möglichkeit das Mysterium, das sie aufgibt auch zu lösen, wenngleich der Autor sehr darum bemüht war seine literarische Arbeit überaus gut zu verschlüsseln. Das Buch ist in eine Herausforderung aus Latein, latinisiertem Italienisch, neu erfundenen Latinismen und dem römischen Italienisch des 15. Jahrhunderts. Darüber Hinaus gibt es Passagen in Hebräisch, Arabisch, Griechisch, ägyptische Hieroglyphen, mathematische Anmerkungen, geometrische und architektonische Konstruktionspläne, neuzeitliche Hieroglyphen und Bilderrätsel.
In deutscher Sprache ist bis heute leider, leider keine Auflage erschienen. Zum Glück gibt es aber reichlich Sekundärliteratur, die einem beim Entschlüsseln und Verstehen hilfreich zur Seite steht.
Alles in allem ist die Hypnerotomachia Poliphili sicherlich keine leichte und verdauliche Kost. Sie setzt zum Einen großes Interesse an der italienischen Renaissance voraus sowie reichlich Geduld sich Kapitel für Kapitel vorzuarbeiten.
Die Abenteuer des Protagonisten jedoch, mit all den Beschreibungen und Holzschnitten, machen die Hypnerotomachia auf jeden Fall zu einem einzigartigen Meisterwerk!

Randnote

Heute habe ich mich gefragt, wie es nur möglich ist, dass manche Menschen fortwährend unbeschwert und großspurig durch das Leben gehen.
Bei allem was sie nämlich so verbocken, könnten sie doch vielleicht ab und an etwas Bescheidenheit an den Tag legen und ihre "Lautstärke" ein wenig drosseln.

Birgit H.







there must be an angel
playing with my heart...

Im Portrait: Birgit H.






Im Portrait:

noch einmal Vanessa K.













Der mit dem M auf der Stirn





Es gab spät abends kein Leckerli mehr,

denn zuviel Süßes macht leider schwer.
Da verließ er nachts sein Kuschelkissen
und hat mir just in den Zeh gebissen.







In den Hexenprozessen des Mittelalters wurden Katzen, die den Buchstaben "M" auf der Stirn trugen (Tabbykatzen), verschont. - Diese Katzen nämlich sollen angeblich direkt von den Katzen Marias, der Mutter Gottes abstammen.

Ein Herz für Tiere


Nicht nur quatschen, machen.
Nicht nur machen, bewegen.
Nicht nur bewegen, sondern auch erleben, wie gut und richtig sich das anfühlt!

Auszeit

Wir machen eben mal nen Kurzurlaub auf Balkonien.

Randnote

Ich finde es nicht gut, wenn Leute ständig mit ihren wunderlichen Neigungen und schlechten Angewohnheiten kokettieren, um durch den Widerspruch Aufmerksamkeit oder Zustimmung zu erzielen.
Obwohl meist ironisch gemeint, ist es kein bisschen originell, intelligent oder amüsant.
Es zeigt vielmehr, dass sich die Menschen ihrer Probleme bewusst sind, aber nicht in der Lage,- oder aber zu faul sind, um daran zu arbeiten.
Alles in allem bleibt das Problem bestehen und wird zudem noch lästiger.

Appell

Liebe Mitbürger,

auch wenn es Ihnen jetzt nicht gefallen sollte, aber streunende Tiere oder zugelaufenen Katzen dürfen Sie nicht einfach ohne Weiteres behalten. Auch nicht, wenn sie besonders lieb, flauschig oder zutraulich sind. Zutrauliche Tiere sind nämlich ein untrügliches Anzeichen dafür, dass es irgendwo Menschen gibt, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben und die möglicherweise schon in Sorge sind.
Bevor Sie also beispielsweise ein herrenloses Kätzchen vor lauter Nächstenliebe unter ihre Fittiche nehmen, überzeugen Sie sich bitte vorher erst einmal, ob es auch tatsächlich herrenlos ist.

Die meisten Besitzer haben Ihre Lieblinge registrieren lassen. Nicht immer tragen die Tiere ein Halsband, dennoch kann eine Registrationsnummer per Tätowierung oder Chip vorhanden sein.
Während man eine Tätowierung oder ein Halsband schnell erkennen kann, ist der Chip nicht so leicht ersichtlich. Auch lässt er sich nicht immer ertasten, denn er sitzt unter der Haut des Tieres.


Es kommt vor, dass Katzen ihr Zuhause wechseln.
Ebenso ist es aber in ihrer Natur, das Näschen vor lauter Neugier in andere Domizile zu stecken.
Auch wenn Sie die Augen des Kätzchens noch so lieb und groß anschauen, füttern Sie es bitte nicht, wenn Sie feststellen, dass es einen Besitzer hat.
Nicht nur weil sich dieser wundern würde, warum sein Tiger plötzlich so dick ist, sondern weil die Katze womöglich an gesundheitlichen Problemen leidet.

Bitte suchen Sie nach Herrchen oder Frauchen. Jedes Tierheim und jeder Tierarzt wird Sie dabei gern unterstützen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Tier ein gutes Zuhause hat, machen Sie sich bestenfalls selber davon ein Bild.

Ach, und falls Ihnen die Idee gefallen sollte einem kleinen Vierbeiner ein schönes Leben zu bereiten, im Tierheim warten viele kleine, einsame Herzen nur auf Sie!



Die mit dem Laub tanzen

Wir sind Grand Prix

Meine persönliche Top 10 der bemerkenswertesten Ereignisse des Eurovisions Song Contest 2010.

Platz 10 - Die Wiederholung des Siegertitels von 2009. Alexander Rybak - Fairytale. Zu Recht ein Gewinner.

Platz 9 - Der dreiste Retortensong aus Dänemark mit dem sie es – unfassbarer Weise - auf die vorderen Plätze schafften.

Platz 8 - Der Fan, der die Performance Spaniens sprengte, in dem er sich auf die Bühne begab und mittanzte, was letzten Endes dazu führte, dass wir das 3 minütige Grauen noch einmal über uns ergehen lassen mussten.

Platz 7 - Die Ballerina im Backround Ensemble, das Beste an der Interpretation aus Spanien. Vielleicht hätte man ihr auch das Mikrofon überlassen sollen.

Mein Platz 6 geht an Peter Nalitch und Band. Die Russen überzeugten mich mit folkloristisch,- schwülstigen Tönen und einer guten Portion Ironie.

Platz 5 - Alyosha, - die blonde Schnitte aus der Ukraine – die überraschend talentiert daherkam und mit „Sweet People“ unerwartet meinen Geschmack traf.

Platz 4 - Peter Urban, der mir mit seinen Kommentaren und seiner Stimme immer wieder Vergnügen bereitet.

Auf Platz 3 schafft es der belgische James Blunt mit seiner Klampfe, der Deutschland mit Authenzität überzeugte.

Platz 2 geht noch einmal an Peter Urban, welcher nach dem Sieg derart von der Rolle war, dass er mich zum lachen brachte.

Platz1 - Lena's entzückende Präsentation von „Satellite“. Für mich persönlich nicht einmal ein starker Song, den ich zudem auch nicht mehr hören kann, aber das Gesamtpaket hat es gerissen.

Ein Heimatloser findet zur Ruhe

Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte, das Dichten ist nicht mein Steckenpferd.
Trotzdem erfreue ich mich ab und zu an einem talentfreien Vierzeiler.


Ein armer, hässlicher Hasenmann,
wurd ständig verschenkt und kam nie an.
Heimlich des Nächtens ins Beet gestellt,
freut es jetzt ihn und Nachbarns Welt.



Hinterfragt

Ab diesem Jahr werden sämtliche Fotostrecken in der Brigitte von der Mode über Beauty bis hin zu Living und Fitness nicht mehr mit Models produziert.

Also ohne berufliche Models. Die normale Frau von heute präsentiert die Mode von heute - das war wohl die Idee dahinter. Damit möchte die Redaktion Zeichen setzen, an einer Fehlentwicklung der Modeindustrie der letzten Jahrzehnte kratzen.
Als Herausgeber einer großen, etablierten Frauenzeitschrift beweisen sie damit Mut.
Schönheitsideale von Size Zero über 90/60/90 sind lange genug plakatiert worden.

Dumm nur, dass die nun in der Brigitte abgebildeten Frauen zwar von Berufs wegen keine Models sind, aber so aussehen, als könnten sie welche sein.
Die Erklärung dazu, man könne mit Hilfe fähiger, guter Stylisten und Fotografen beinahe jede Frau ebenso gut in Szene setzen greift für mich da zu kurz. Das kann man nämlich nicht!
Richtiger ist wohl, dass durch ein äußerst präzises und wohlüberlegtes Auswahlverfahren nur überdurchschnittlich attraktive Damen das Blatt zieren dürfen.

Diese verdienen sich dann angeblich Ihren Lebensunterhalt als Lehrerin, Barbesitzerin oder Architektin. Die durchschnittliche Frau mit 1,5 Kindern, Vollzeit arbeitend und von Natur aus so bombig aussehend. Kritik aus der Emma Redaktion ist berechtigt.
Diese abgelichteten Hobbymodelle entsprechen nicht dem Durchschnitt unserer Frauen in Deutschland.

Warum also der ganze Aufwand? Was für ein Kalkül wird hier verfolgt?
Die neue Strategie würde nur dann für das gesellschaftliche Frauenbild Sinn machen, wenn auch tatsächlich ganz normale Frauen abgebildet werden – eben auch solche, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen.

Hat man hier ein ungeahntes Sparpotenzial entdeckt? Weniger professionell, dafür billiger?
Bis zum Jahresende muss, so steht es bei www.freischreiber.de/home/abschied-von-alten-idealen , Gruner & Jahr 200 Millionen Euro einsparen. Steigen auf diese Weise die nötigen Verkaufszahlen? Das Konzept dürfte nicht unbekannt sein.
Im Fernsehen unterhalten uns fast jeden Abend mittlerweile gecastete Laien.

Was also auch immer hinter der pseudo trendigen und idealistischen Idee der Brigitte stecken möge: Mich überzeugt das nicht!

Hoffen auf bessere Tage

"Da passt aber nicht viel rauf", sagt die Nachbarin mit einem bedröppelten Blick auf meinen Balkon, während sie ihren großen Garten beackert.
"Haben Sie jemals einen Sommer ohne Balkon bzw. Garten erlebt?" frage ich.
"Dann wissen Sie, dass jeder Balkon besser ist als gar keiner. Und wenn er nur ein paar Quadratmeter groß ist."

Das ist nämlich groß genug um folgendes darauf veranstalten zu können:

Sonnenbaden, Blumen pflanzen und betüddeln, die Katz vom Weglaufen abhalten, Klönabende mit Freunden abhalten, Schreiben, den Nachbarn hinterherspionieren, die Zwille nach dem Marder schiessen, Händchenhalten, Einen heben, Musik hören, die Katz ärgern, Chillen, Bücher und Zeitschriften verschlingen, am Lappi daddeln, Sudoku lösen, Wäsche trocknen, Telefonieren, die Katz fotografieren, den Jahreszeiten zuschauen und

Grillen.

Eigentlich gibt es wenig, was man nicht auf einem Balkon tun kann.
Bestenfalls bei herrlichem Wetter.

Und wenn es jetzt draussen kühl und niederschlagsreich ist, dann erheitert einen
immerhin die Gewißheit einen Balkon zu haben, denn es werden mit Sicherheit bessere
Tage kommen.

Vom Glück begünstigt

Ich kann mit Recht behaupten, die besten Freunde der Welt zu haben!
Das hat der gestrige Abend einmal mehr bewiesen.
Dichter, Philosophen, Psychologen und andere kluge Köpfe sagen und schreiben es nicht nur, - es stimmt tatsächlich:

Gute Freundschaften machen glücklich!

Zugelaufen


am 9. Mai gegen 22 Uhr

Die französische Bulldoggenkatze!



Du bist von ganz besondrer Art,
Drum find ich Dich irgendwie recht apart
.
Darfst verweilen mit deiner lust'gen Fratze,
Du sonderbare Mietzekatz
e.

Im Portrait:

Danny S.











Kleine Zuneigungsbekundung


Bei all meinen Vorsichtsmaßnahmen
-
ich kann sehen wer Du bist.

Sich fallen lassen können und Dich im Rücken spüren.
Deinen Worten Glauben schenken können, denn sie sind wahrhaftig.
Wieder sorglos den Zeitgeist für sich entdecken,
denn die Aliens stehen mit Dir nicht im Bunde.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Lutterburg Teil II


Hoch über der Weser soll es liegen, das 21,6 ha große Areal der historischen Lutterburg an der deutschen Mächenstraße, mit Ruinen von 2 Muthesius-Villen, Pfötnerhaus mit Garagen, Kapelle und Friedhof.

Wir schlagen uns den Wald fast senkrecht hoch.
Kein Weg, nicht einmal ein Trampelpfad ist vorhanden. Das Laub ist rutschig, die Puste geht zu schnell aus.
Die Wiese auf der ersten Anhöhe des Hopfenberges
läd zum Rasten ein, wir laufen jedoch weiter
westwärts. Inzwischen auf einem Pfad, der sich
leicht abzeichnet.

Erstaunlich schnell haben wir den Stall mit dem Quartier für das einstige Personal erreicht.
Die Laune ist bombig, die Fotoapparate blitzen.
Das kleine Häuschen muss nicht viel Platz geboten haben. Weder für Tiere, noch weniger aber für das Personal.
Von hier führt ein kleiner Weg auf gleicher Ebene weiter Richtung Westen.
Eine Steinwand lugt durch das Grün der vielen
Bäume und Pflanzen. Da muss es sein, die erste Villa. Die der Familie Büttner, größer und herrschaftlicher erbaut als die zweite der Familie Harms.
Diese Ruine lässt traurig erahnen was sie einmal
gewesen sein muss.

Das Haus bot 2 Stockwerke, 2 Kellerebenen, ein nachträglich darauf gesetztes Obergeschoß sowie einen opulenten Wintergarten.
Von jedem Zimmer des Hauses aus gelang man auf den Balkon, der sich großzügig um das Haus schloss.

Da die Treppen heute nicht mehr intakt sind, kann man die oberen Stockwerke nicht betreten. Ohnehin ist alles einsturzgefährdet, morsch und wackelig.
Dafür lassen sich die beiden Kellerebenen noch erkunden.
Ganz unten ist es kalt und moderig, man sieht seine eigene Hand vor Augen nicht mehr.
Die Cam läuft und irgendwie sehe ich mich just im Blairwitch Projekt.
Das kleine Licht meines Handys ist besser als gar kein eigenes
Licht und damit stolpere ich wieder
nach oben ins Warme, ins Helle.
Langsam lässt auch die Gänsehaut
wieder nach.

Ringsum hat sich die Natur jeden Millimeter zurückerobert. Die vor dem Haus angelegten Terassenstufen kann man erahnen, sie sind jedoch - wie man heute weiß - nie fertiggestellt worden.
Gleiche Himmelsrichtung ein Stück weiter bergauf schließt sich das zweite Haus an.
Etwas kleiner, ebenfalls komplett verfallen.

Nur die Kapelle ist nicht in Sicht. Laut Beschreibung muss sie weiter oberhalb liegen, nur ohne Weg heißt es wieder bergauf und quer durch den Wald schlagen. Mittlerweile ist der Hang auf dem wir laufen extrem hoch und steil. Schottersteine und Laub machen das Gehen noch gefährlicher. Die Natur wächst und wuchert von allen Seiten.
Es wird sich auf das Laufen konzentriert,
kein Foto mehr geschossen, nur die Cam
nimmt ab und zu auf.

Neben den Freunden die vor und
hinter einem kraxeln, rauscht
ganz weit unten irgendwo die B83
entlang.
Wer aber ab und zu einen Moment
innehält und die Atmosphäre
dieser Gegend wahr nimmt, kann
eine Menge Mystik versprühren.


Als die Kapelle ein Stück weiter unterhalb in Sicht kommt, bin ich erleichtert und surfe mit den anderen auf dem Laub hinab zur beginnenden Friedhofsmauer.
Vier Wände der Kapelle stehen noch komplett. Der vorhandene Altar ist stark beschädigt.
Zu beiden Seiten der Kapelle wurde Platz geschaffen für Gräber. Familie Harms ruht auf der linken Seite. Die letzte Tochter der Generation ruht dort ebenfalls.

Spätestens jetzt vor den Gräbern an der kleinen Kapelle mitten im Wald wird einem klar, wie außergewöhnlich dieses Gelände zu seiner Zeit gewesen sein muss und dass der Ausflug jede Minute wert war.
Über die Menschen die hier lebten kann man nur mutmaßen aber es hat sie gegeben. Bis 1977.

Es mag etwas kurios sein, dass Büttner hier eine Ferienstätte für
Professoren bieten und damit zugleich erreichen wollte, dass das Gelände weiterhin gepflegt und ihm ein Andenken verschaffen würde.
Was die Zeit hinterlassen hat ist ein Ruinenpark, der magisch und einzigartig sein dürfte. Ein Anziehungspunkt für Pilger, die das Besondere interessiert und fesselt.

Lutterburg Teil I



















Am 1. Mai wird marschiert.
Aber nicht mit der Nelke in der Hand über den Alex, sondern mit dem Rucksack auf dem Rücken zu den Lutterburg Ruinen bei Bodenwerder.

Im Gepäck: Wasser, Schokoriegel, Gummibärchen, Taschenlampe, Fotoapparat, Videokamera
Wetter: warm und sonnig
Zeit: inzwischen 15 Uhr

Die Autos werden auf dem Parkplatz geparkt nahe dem Hopfenberg, auf dem das Lutterburggelände zwei verfallene Herrenhäuser, eine Kapelle plus Friedhof, einen Stall sowie ein Pförtnerhaus offenbaren soll.

Zur Hintergrundgeschichte:

Im Jahr 1908 beschloss Ernst-Theodor Büttner (geboren am 22. Oktober 1865), Kaufmann aus Stade, ein Eigenheim für sich und seine Familie zu bauen. Büttner handelte mit Klöppelspitze und Stickmustern erfolgreich nach Übersee und bemühte sich um ein großes Grundstück. Seine Frau Dorothea, geborene Pampel, hatte eine jüngere Schwester, Helena, die mit dem Bodenwerderaner Arzt Heinrich Harms verheiratet war.
Gemeinsam entschieden sich die beiden wohlhabenden Familien für den Bau zweier Häuser auf dem Gelände der Lutterburg. Geldgeber und Bauherr Büttner zog den international bekannten deutschen Architekten Hermann Muthesius zurate, der ein Ensemble aus zwei Landhäusern mit Pförtnerhaus und Gartenanlage für die Familien entwarf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Muthesius

Als Vertreter der Moderne im beginnenden 20. Jahrhundert war es Muthesius’ Anliegen, die Grundrisse seiner vom englischen Landhausstil maßgeblich beeinflussten Vorstadtvillen und Landhäuser aus dem Grundriss heraus zu entwickeln, also die Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Gebäude in den Vordergrund zu stellen und keine Abstriche in der Zweckmäßigkeit zugunsten künstlerischer Wirkung zu machen. So sind die Häuser am Hopfenberg auch streng gegliedert in private, offene und Personalbereiche und lassen bereits am Grundriss wesentliche Abläufe im Haus erkennen
In zweijähriger Bauzeit (1909 bis 1911) schufen zahlreiche heimische Handwerker in aufwendiger Arbeit die neue Heimat für die Familien Harms und Büttner. Um die Anlage zu pflegen, war Personal erforderlich, bis zu sieben Angestellte gab es in der Glanzzeit.
Sein gesamtes Vermögen von 2,5 Millionen Mark vermachte Büttner mit dem Tod seiner Gattin der Universität Göttingen – zu Krebsforschungszwecken.
Das Anwesen am Hopfenberg erbte der Universitätsbund Göttingen. Büttner wollte damit eine Ferienstätte für die Professoren bieten und erreichen, dass das Gelände weiterhin gepflegt und ihm ein ehrendes Andenken gewahrt würde. Die Tochter des Ehepaares Harms, Irma Rode, hatte ein lebenslanges Wohnrecht, von dem sie bis 1977 Gebrauch machte.
Die Uni Göttingen veräußerte das Anwesen jedoch schnellstens an einen Bremer Kieswerkbesitzer, und von nun an wechselte die Anlage zügig die Besitzer.
Das mittlerweile leerstehenden Büttner-Haus brannte 1987 und wurde zwangsversteigert. Neue Eigentümerin war Cecilie Wolf, geborene Knocke, die Tochter des Vorbesitzers. 1994 erwarb die Hopfenberg GmbH das Gelände und ist bis heute Besitzer der Anlage.

Mittlerweile hat sich die Natur den ehemals bebauten Teil des Hopfenbergs zu großen Teilen zurückerobert. Inzwischen ist auch das Pförtnerhaus an der Bundesstraße 83 verfallen.

(Auszüge aus der Landeszeitung)

Sommerliche Köstlichkeit

Man nehme eine Schale frischer, saftiger, süsser, wohlschmeckender Erdbeeren
und gebe reichlich fettarmen Vanillejoghurt dazu.

Das ganze vorsichtig vermischen und ab in den Kühlschrank!

Lecker!

Größenwahn der Jugend

Mit seinen 2,5 Jahren ist Paulchen in Menschenjahren gerechnet ca. 18 Jahre alt. 
Im kleinen Katzenkopf tümmeln sich so einige Merkwürdigkeiten, genau wie das beim Menschen in diesem Alter wohl auch der Fall ist. 
Der Sinn steht im derzeit nach Raufen, Boxen und Fußballspielen. Ohne Pause und immer hintereinander.
Hinzu kommen desaströse Launen. Schmusen und Kuscheln ist im Moment nicht drin. Schlafen ist auch nicht der Bringer. Dafür muss immer und überall lautstark randaliert und Krach gemacht werden.
Seit längerem hat er von seinem Balkon aus einen Mitstreiter ausfindig gemacht. Ein Geschlechtsgenosse in rot/weiß mit ruhigem Charakterzug. Seine Jugend scheint er hinter sich zu haben und an Erfahrungen scheint er reich zu sein. Er ist an einigen Stellen vernarbt.
Mehrmals am Tag streift er gelassen um das Haus, was ihm den Spitznamen Schleicher einbrachte.
Während Paulchens Ausgang nur auf den Balkon beschränkt ist, kann sein Zeitgenosse alle Vor und Nachteile der freien Wildbahn genießen.

Neulich Nachmittag ereignet sich folgendes:

Paulchen sonnt sich. Wie alle Katzen liebt er das und chillt auf dem kühlen Stein.
Die Straße entlang nähert sich der Schleicher.
Pfiffikus Paulchen hat ihn natürlich seit Stunden im Visier, tut jedoch ganz cool und rührt sich nicht. Als der Schleicher sich dem Balkon nähert hält es ihn jedoch nicht länger, er schiebt seinen kleinen Kopf zwischen das Geländer und ruft nach unten:

"Grrr gurgel.....Ey Alter, na wie schauts da unten so? Alles palletti in unserem Revier? Ich kann hier leider nicht weg. Tu mir den Gefallen und box allen Plagegeistern dieser Welt von mir auch ein paar in ihre Visage, okaaay?"
Seine vordere linke Pfote schnellt nach vorne als würde er das eben Gesagte unterstreichen wollen.

Der Schleicher würdigt ihn keines Blickes und zieht weiter seine Bahnen.

Nervös und grunzend wechselt Paulchen seine Position. Er ist nun in die andere Ecke des Balkons gehuscht und schiebt seinen Oberkörper soweit es geht unter das Geländer durch, während sein Hintern in den Himmel ragt.

"Grrr miaoo grrr, Haalloho du Checker da unten, bist du etwa schon schwerhörig du alter Sack?"

Der Schleicher zieht ungestört weiter seine Bahnen, nur seine Schnurrhaare zucken leicht.

Paulchen ist irritiert. Er fegt einmal komplett durch die ganze Wohnung, schleudert unabsichtlich dabei einen Schuh durch die Luft und nimmt auf der Fensterbank des Balkons seinen neuen Platz ein. Hier macht er sich groß und schreit über die Brüstung. Mittlerweile betritt der Schleicher das Feld vor dem Haus, man kann nur noch seine roten Ohren über dem wachsenden Grün leuchten sehen, die sich langsam entfernen.

Paulchen ist sauer. Stinksauer. Er sieht sich mit einer Unverschämtheit konfrontiert, die er so noch nicht kennt. IGNORANZ.
Er schimpft was das Zeug hält und liefert dabei Gratis eine Palette von nie zuvor gehörten Geräuschen ab.
Plötzlich dreht der Schleicher um und marschiert gemächlich auf Paulchen zu. Sein Kopf ist gesenkt, nichts bringt ihn scheinbar aus der Ruhe.

Mein Kater ist frohen Mutes und stolz auf sich zugleich.
"So nicht mein Lieber. So nicht! Und schon gar nicht mit Paulchen Nehmzow!"

Der rot Getigerte kommt näher und näher. Er hebt jetzt leicht das Haupt ohne Paulchen dabei direkt anzusehen und raunt ihm zu:

"Was bist du denn eigentlich für ein Kasper da oben? Leg erst einmal deine Windeln ab, bevor du hier so ein lautstarkes und jämmerliches Theater machst."
Sprachs und war mit einem Satz über dem nächsten Gartenzaun verschwunden.

Nun herrscht schlagartig Ruhe.
Paulchens zerknirschte Katerschnauze spricht Bände.
Dann spüre ich seinen Kopf an meinen Beinen reiben, fast demütig. Mit großen Kulleraugen bittet er um ausgiebige Streicheleinheiten. Der Wunsch wird ihm erfüllt. Wir waren ja schließlich alle einmal 18.

Kurz darauf schmettert er wieder seinen Ball durch die Wohnung und es kracht irgendwo.

Nestdeko

Home is where your story begins



So solle es zum Mantra werden!

Individualität









Manche Männer bauen ihren Frauen den Keilriemen ein, andere bauen ihren Frauen ein Haus.
Meiner baut mir ein Bücherregal. Wunder...wunder...schööön!

Randnote


Manchmal ist es merkwürdig wie einige Menschen ihr Fehlverhalten reflektieren und bewerten.
Sobald sie das gleiche Fehlverhalten bei anderen Personen sehen, finden sie ihr Eigenes plötzlich völlig normal und überhaupt nicht mehr fragwürdig!

Dynamik

Menschen ändern sich! Jawoll! 
Das Problem ist nur, dass die Mitmenschen ihre Ansicht über einen oftmals nicht aktualisieren.


Mal darüber nachgedacht?

Eine Meinung haben kann man, muss man aber nicht. Und sowieso nicht, wenn man nicht im Bilde ist.
Allerdings wer über ein Mindestmaß an Informationen und außerdem über Maßstäbe zur Bewertung der Informationen verfügt, der darf ruhig auch eine haben.
Die darf er dann auch äussern und vertreten. Dabei ist es erst einmal zweitrangig ob andere sie richtig finden oder nicht.

Grundsätzlich meinen die meisten Menschen eine Meinung über verschiedenste Dinge und Angelegenheiten zu haben.
Bei einer Vielzahl von Menschen ist eine Meinung über marginale Themen aus Fernsehen, Werbung oder Internet vorhanden und wird auch preisgegeben. Das machen beispielsweises viele Foren im Internet deutlich. Dort geht es dann vielmehr um Meinungsäusserung und Rechthaberei und in zweiter Linie erst um das eigentliche Thema oder den Sinn dahinter.

Uns eine Meinung bilden und diese standfest vertreten können wir schneller, wenn es uns nicht unmittelbar persönlich betrifft und wir keine Konsequenzen daraus ziehen oder befürchten müssen.
Wie z.B. wer der neue Superstar wird. Sind wir mit dem Gewinner nicht einverstanden können wir schimpfen. Macht auch nichts, denn er wird nicht an unsere Haustür klopfen und uns fragen, warum wir diese ungute Meinung über ihn haben.

Wichtig und gleichermaßen schwierig wird Meinungsbildung dann, wenn Etwas mit uns zutun hat, uns Etwas selber betrifft. Wenn wir mitten dabei sind, unmittelbar drin stecken.
Dann wird man oft vorsichtig, geht erst einmal auf Rückzug oder hält sich am besten gleich ganz raus, denn Stellung beziehen kann auch Federn lassen bedeuten. Unter Umständen kann es uns etwas kosten, etwas verändern. In der Partnerschaft kann das Spuren hinterlassen, im Freundeskreis unbequem werden und im Job ungeahnte Folgen haben.

Aber eine Ansicht zu haben und zu vertreten bringt Rückgrat, macht stark, grenzt ab und formt die Persönlichkeit.

Wer immer zwischen den Stühlen sitzt wird es ruhig haben aber er wird nicht entspannt und gerade sitzen können. Wer Angst vor Feedback und Konsequenzen hat, der wird sich nie trauen.
Und wer sich zu oft im Grau aufhält wird entsprechend selten erfahren, wie gut es tut eine Meinung zu haben und diese zu vertreten.

Dann aber auch bitte mit entsprechender Streitkultur :-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Streitkultur

Dazulernen

Je mehr ich über Männer weiß, umso mehr liebe ich Katzen.

anstatt Kaffee...


... gibt es für mich Chai Latte, indischen Milchtee *hmmm