" Hier gibts Rosenwasser: März 2011

Es betrifft uns alle!

Ich ziehe demnächst nach Hameln-Tündern.
Tündern ist ca. 8 km von der Ortschaft Grohnde entfernt, die zur Gemeinde Emmerthal
im Landkreis Hameln-Pyrmont gehört. In Grohnde steht seit 1984 ein Kernkraftwerk.
In einer Werbebröschüre der KWK heisst es:

“Eingebettet in die grünen Hügel des Weserberglandes, dort, wo an kalten Tagen weiße Wasserdampfwolken vor celestalem Blau dem Weserwanderer den Weg flussabwärts nach Hameln weisen, liegt das Kernkraftwerk Grohnde.”

Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Freunde von mir sind mit dem KKW groß geworden. Ich weiss nicht, ob man gelassener wird, wenn man sich 30 Jahre lang bewusst ist, dass man so eine tödlich-tickende Zeitbombe in der Nachbarschaft hat.
Mir ist es in den letzten 9 Jahren, in denen ich hier lebe jedenfalls nie gelungen. Ich liebe das Weserbergland, ich liebe die Weser. Und mich überkommt jedes mal das Grauen, wenn die wundervolle Landschaft diesen Horror offenbart.

In einem Ratgeber für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerks Grohnde
[Information der Öffentlichkeit nach § 53 Abs. 5 der Strahlenschutzverordnung,]
http://www.feuerwehr-hagenohsen.de/downloads/KKW%20Grohnde%20Ratgeber.pdf

heisst es unter anderem:

Jodtabletten
Jodtabletten sättigen die Schilddrüse mit nichtradioaktivem Jodund verhindern damit,
zur rechten Zeit eingenommen, die Anreicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse.
lm Bedarfsfall wird die betroffene Bevölkerung Jodtabletten möglichst frühzeitig
erhalten. Die Jodtabletten werden in den von den zuständigen Gemeinden eingerichteten
Stellen (Wahllokalen) ausgegeben.
Zuvor wird die Bevölkerung über die vorgesehene Schutzmaßnahme informiert,
erhält Anweisungen, wann und wie die Ausgabe erfolgt und wann die Tabletten einzunehmen
sind, da es auf den korrekten Zeitpunkt der Einnahme ankommt. Bei der Ausgabe
wird gleichzeitig ein Merkblatt ausgehändigt.

auch folgendes:

Verbleiben Sie im Haus, möglichst im Keller. Schließen
Sie Fenster sowie Türen und schalten Sie die Lüftungsanlage
ab. So verhindern Sie weitgehend, dass radioaktive
Stoffe in die Atemluft gelangen, und Sie nutzen die
abschirmende Wirkung des Bauwerks aus.

Müssen Sie dennoch unbedingt ins Freie, so legen Sie
bitte bei Rückkehr die Oberbekleidung, besonders
Schuhe, vor dem Betreten des Hauses draußen ab und
waschen Sie anschließend Kopf, Hände und andere
unbedeckte Körperflächen unter fließendem Wasser
mit Seife. Erst danach ist eine Dusche empfehlenswert.
[...]

Sich damit konfrontieren zu müssen macht mir Angst.
Japan ist kein Film. Kein Science-fiction. Japan ist Realität.
Und Grohnde könnte ganz plötzlich auch zu einer Realtität werden, in der man sich im Keller kauernd wiederfindet.

Auf facebook ist zu lesen:

"was ich zu japan denke? ich bin traurig, erschüttert und unendlich wütend. ich war beim tschernobyl-gau 10 jahre alt und weiß, dass genau was für ein blödsinn damals durch die medien ging. keiner kann mir erzählen, dass irgendwer genau weiß was wann in welchem atomkraftwerk passieren könnte. also hört endlich auf so zu tun als könnte ...sich irgendwer sicher fühlen, solange diese zeitbomben ticken!
abschalten - jetzt!"
(Julia Mau)

und ein weiterer Kommentar:

Ihr müsst uns nicht die Angst nehmen. Nehmt uns nur diese Regierung.
(Lars Reineke)

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

histoire d'amour

Im Portrait: Christine K.

Ergreife den Augenblick, damit er dich gefangen nehmen kann.
© Siegfried Wache


Auf ein Wort

Leonardo,

ich hab keine Brüder die bewaffnet in deinen Laden stürmen um längst fällige und rechtmäßige Forderungen einzutreiben.

Ich kenne solche Leute noch nicht einmal, und um ehrlich zu sein, ist mir das auch ganz recht so.

Darüber hinaus wäre so etwas auch gar nicht mein Stil.

Aber ich werde dich beim Namen nennen, kann dir versichern, dass DU derjenige von uns beiden sein wirst der nachts nicht schlafen können wird

und ich finde, dass du dich wirklich schämen solltest!

Ciao

Für Andrea, Tine, mich und alle anderen Fighter

Weniger gute Erfahrungen bieten uns unter anderem auch immer die Möglichkeit das Ganze noch einmal zu machen, dafür aber anders und besser.

Und weil uns das Leben immer wieder Aufgaben stellt, neue, und wiederholt Jene an denen wir gescheitert sind, sollten wir Vertrauen in unsere Entwicklung, in unsere Erkenntnisse und in unsere Entscheidungen haben.

Also dann noch einmal von vorne. Chakka!