" Hier gibts Rosenwasser: Mai 2014

Über das Schlafverhalten unseres Kindes


Zweieinhalb Jahre lang haben wir unser Kind in den Schlaf begleitet.
Da ich eine sehr schlechte Ein,- und Durchschläferin bin, war es mir von Anfang an sehr wichtig, gerade beim Einschlafprozeß dem Kind soviel Geborgenheit und Urvertrauen wie möglich und notwendig zu geben, denn gut Einschlafen zu können, das zahlt sich ein Leben lang aus.
So haben wir viele Nächte streichelnd, singend, zuhörend und zur Ruhe ermahnend neben ihr gelegen. Manchmal mussten wir uns abwechseln, manchmal sind wir gleich mit eingeschlafen.
Ich sage nicht, dass es immer einfach war. Gerade wenn sich der Einschlafprozeß ins Unendliche hinaus zögerte, dachte ich an viele Mütter, die ihre Kinder einfach ablegen können und diese dann promt einschlafen. Bestimmt sind wir auch belächelt worden.
Aber jedes Kind ist anders. Und Eltern sind auch anders.
Schon früh zeigte das Mausekind auf, dass es vor dem Einschlafen noch so einiges verarbeiten muss. War der Tag besonders erlebnisreich oder anstrengend, war sie nicht erschöpft wie viele andere Kinder,- sondern zappelig und aufgedreht.
Schnell begriffen wir, dass Hörspiele oder Lichtspiele zum Einschlafen nicht das rechte Mittel sind um die notwendige, innere Ruhe herzustellen.
Neben festen Ritualen und einem ruhigen Abendverlauf, findet das Kind schon immer - und auch heute am besten in einem ruhigen und abgedunkelten Raum zur Ruhe.
Zwar gab es dann noch immer einiges was bequasselt und besungen werden musste, aber was raus musste, musste dann noch raus. Das dauerte eben so lange wie es dauerte.

Wie also bereits schon erwähnt, seit zweieinhalb Jahren haben wir unser Kind zur Ruhe und in den Schlaf begleitet.
Nie und wirklich zu keiner Zeit, haben wir mit dem Gedanken gespielt Einschlafprogramme wie "Ferbern und Co" anzuwenden. Ich möchte diese Möglichkeit gar nicht verteufeln. Nur hat es einfach nicht zu uns gepasst. Dazu hat unser Bauchgefühl stets nein gesagt.
Wir haben lieber gewartet bis sie einfach von alleine soweit ist, darauf dass es sich ergibt, ganz ohne Geschrei oder weinen oder wimmern. Wir haben uns aus Liebe und Überzeugung immer gern neben unser Kind gelegt.

Nun, wie es bei  Kindern oftmals der Fall ist, geht schleichend und ohne Zutun, ohne Druck und Hektik ein kleines Kapitel für uns alle zu Ende. Seit über einer Woche schläft das kleine Mausekind nämlich guter Dinge alleine in ihrem Bettchen ein. Winkt mir zu, sagt "bis gleich" und während man sie nebenan noch singen und erzählen hören kann, bin ich ein kleines bisschen stolz auf uns alle drei und ertappe mich dabei, wie ich schon wieder denke: "Hach, was war das noch schön, als ich mich immer neben sie legen musste."